Humboldtschule Bad Homburg Unesco-Projektschule

Evangelische Religion

Evangelischer Religionsunterricht leistet einen eigenständigen Beitrag zur persönlichen Orientierung und individuellen Bildung der Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen seiner Voraussetzungen hat er die Aufgabe, den christlichen Glauben in Geschichte und Gegenwart sachgemäß darzustellen, seine Bezüge zur heutigen Lebenspraxis des Einzelnen wie der Gesellschaft zu klären und zu verdeutlichen. Er soll die religiösen Fragen der Schülerinnen und Schüler aufnehmen und ihnen die Inhalte des christlichen Glaubens so nahe bringen, dass der christliche Glaube für sie als befreiende, herausfordernde und Hoffnung stiftende Lebensmöglichkeit bedeutsam werden kann.

Glaube ist eine Gabe, die allein Gott verleiht. Über den Glauben kann deshalb nicht pädagogisch verfügt werden. Der Religionsunterricht setzt vielmehr einen Such- und Verständigungsprozess in Gang über die Bedeutung religiöser Überlieferung und ihrer Transformation in die Gegenwart der Schülerinnen und Schüler. Die biblische Botschaft entfaltet nur dann bildende Kraft, wenn sie als persönliche Herausforderung und Inanspruchnahme erfahren werden kann. Religionsunterricht fördert daher erfahrungsorientierte Aneignungsprozesse. Nur so kann er Hilfestellung leisten bei der Entwicklung einer offenen, verständigungsfähigen Identität, die Ängste und Verunsicherungen nicht verdrängt, sondern sich von Lebenszuversicht und Hoffnungsperspektiven leiten lässt.

Im Religionsunterricht erhalten Jugendliche die Möglichkeit, Religion als eine unverwechselbare Lebensdimension zu erfahren, die nicht mit Moral oder Philosophie gleichzusetzen ist. Der Unterricht fördert die Offenheit für Transzendenz und bietet die Chance, am Beispiel christlicher Wahrheitserfahrung und -prüfung den Ernst des Wahrheitsproblems vor Augen zu führen.

(Auszug aus dem Lehrplan Evangelische Religion 2010)