Humboldtschule Bad Homburg Unesco-Projektschule

Die Namensgeber der Humboldtschule

Die Humboldtschule hat ihren Namen von zwei Brüdern, die sich als Pädagogen und Wissenschaftler verdient gemacht haben:

Freiherr Alexander von Humboldt

(14.9.1769 - 6.5.1859)

Nach naturwissenschaftlichen Studien und einem Studium der Bergbauwissenschaften trat Alexander von Humboldt als Bergbauassessor in den preußischen Staatsdienst ein.

Sein Interesse an der Erkundung ferner Länder führte ihn als Leiter einer Forschungsexpedition nach Südamerika. Er verwirklichte erstmals mit Hilfe exakter Messinstrumente ökologische Landschaftsforschung, führte u.a. genaue Ortsbestimmungen und Höhenmessungen durch, bestimmte den Verlauf des Casiquiare, ein tropischer Fluss im Amazonasgebiet, und bestieg als erster den fast 6000 m hohen Chimborazo in Ecuador.

Diese Bergbesteigung stellte in der damaligen Zeit eine unglaubliche bergsteigerische Leistung dar. Selbst Reinhold Messner, der eine Expedition auf den Spuren von Humboldt organisierte, bestätigte, dass er auch mit seiner Bergerfahrung mit der damaligen Ausrüstung an der gleichen Stelle hätte umkehren müssen. Humboldt beschrieb nach dieser Bergbesteigung die Klima- und Vegetationszonen der Erde, weil er während dieser Besteigung sämtliche Zonen vom tropischen Regenwald bis zur Arktis in vertikaler Abfolge durchwandern und beobachten konnte. Seine Erkenntnisse nutzen wir noch heute im Geografieunterricht.

Alexander von Humboldt maß die Temperaturen der später nach ihm benannten kalten Meeresströmung vor der Westküste Amerikas, deren Umkehrung alle paar Jahre für das so genannte El-Nino-Phänomen sorgt, das uns in regelmäßigen Abständen weltweit immer wieder zu schaffen macht.

Nach seiner Rückkehr vom amerikanischen Doppelkontinent lebte er bis 1827 meist in Paris, wo er mit den berühmtesten Naturwissenschaftlern seiner Zeit zusammenarbeitete. Er wertete dort seine umfangreichen Forschungsreisen aus, schrieb Veröffentlichungen über Geografie, Geologie, Meereskunde, Botanik, Klimakunde, Ethnologie, Archäologie, Sprach- und Kulturwissenschaften. Für die Geografie begründete er die moderne Landeskunde.

1827 kehrte er nach Berlin zurück. Von dort aus führte er ab 1829 eine vom russischen Zaren angeregte Expedition in das asiatische Russland durch. Zusammen mit C. F. Gauss richtete er ein weltweit durchgeführtes Netz von erdmagnetischen Beobachtungsstationen ein. Ab 1830 arbeitete Alexander von Humboldt an einer Darstellung des gesamten Wissens über die Erde (Kosmos: Entwurf einer physikalischen Weltbeschreibung, 5 Bände 1845-62). Alexander war ein typischer Allround-Gelehrter, der noch fast das gesamte naturwissenschaftliche Wissen seiner Zeit überblickte, was heute natürlich absolut unmöglich wäre.

Noch heute ist Alexander von Humboldt in vielen Ländern der Erde der berühmteste Europäer überhaupt und insbesondere in Südamerika trifft man noch an vielen Orten auf seine Spuren. Für unsere Schule hat er sicher Vorbildcharakter. Durch unsere Mitarbeit bei den UNESCO-Projektschulen und durch die naturwissenschaftliche Arbeit und Ausstattung der Schule wird dies unterstrichen.

Freiherr Wilhelm von Humboldt

(22.6.1767- 8.4.1835)

Er war der große Bruder von Alexander und ein berühmter Gelehrter und Politiker seiner Zeit. Nach seinem Studium war er zunächst am Berliner Kammergericht tätig. Danach widmete er sich philosophischen und literarischen Untersuchungen und Studien. Ab 1809 war er Leiter des preußischen Kultur- und Unterrichtswesens und plante die Berliner Universität (Humboldt-Universität) und das humanistische Gymnasium. Als Staatsminister vertrat er Preußen auf dem Wiener Kongress (1815).

Wilhelm von Humboldt

Entsprechend seiner Vorstellung von universaler Bildung und einem humanistischen Menschenbild gliederte sich das von ihm entworfene Schulkonzept in drei Stufen:

  • die Elementarschule für alle
  • das Gymnasium
  • die Universität

Das auch heute noch an der Universität praktizierte Konzept der Einheit von Forschung und Lehre stammt weitgehend von ihm. Die Philosophie als die Wissenschaften übergreifendes Fach spielt in seinem Denken eine große Rolle.

Auch Wilhelm von Humboldt als bedeutender Sprachwissenschaftler, Bildungsreformer und Philosoph hat für uns eine große Bedeutung.

Die Lebens- und Wirkungsgeschichte beider Männer ist auch heute noch wegweisend für das pädagogische Profil der Humboldtschule. Die Lektüre der Lebensgeschichten ist sehr zu empfehlen.