Humboldtschule Bad Homburg Unesco-Projektschule

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Verlegung der Stolpersteine

Datum: 01.03.2017
Zeit: 10:19
Kategorien: Neuigkeiten

Am Freitag, den 3. März 2017, werden 14 weitere Stolpersteine als sichtbares Zeichen der Erinnerung verlegt. Jeder Stolperstein erinnert uns Nachgeborene dabei an das Schicksal einer einzelnen Person und lädt dazu ein, sich genauer mit ihr zu befassen. Die Stolpersteine sind damit nicht allein Denkmale, die zur Vergegenwärtigung und Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und seinen Opfern ausgehend von der Geschichte einzelner Menschen im Stadtbild aufrufen, sondern eine Lernchance allerersten Ranges. In diesem Sinne beteiligen sich auch 2017 Humboldtschülerinnen und –schüler an der Verlegung und dem stattfindenden Rahmenprogramm mit großem Engagement. So finden an der Humboldtschule zwei Gespräche mit Nachfahren der Homburger Familien, zu deren Ehren Stolpersteine verlegt werden, statt.

 

Am Donnerstag, den 2.3.2017, erwarten wir um 11.35 Uhr Herrn Shimon Herz zu Gast bei uns in der Humboldtschule. Zur Erinnerung seiner Großeltern Moses und Sarah Sofie Herz sowie seiner Tante Bessy Herz, die 1899 geboren wurde und wie auch die Eltern 1942 in die Konzentrationslager des Ostens deportiert wurde, werden in der Kisseleffstr. 14 drei Stolpersteine verlegt werden. Für die Humboldtschule ist der Besuch von Herrn Herz eine große Ehre und Freude – nicht zuletzt auch mit Blick auf die durch seinen Vater Yitzak Sophoni Herz niedergelegte „Erinnerung an Bad Homburg und seine 600-jährige jüdische Gemeinde (1335 – 1942)“, welche den Schülerinnen und Schülern durch seinen Besuch eindrücklich bekannt wird. Zum Gespräch mit ihm sind die Schülerinnen und Schüler der Stolperstein-AG unter Leitung von Herrn Klaus Schilling in den Konferenzraum der Humboldtschule eingeladen. Die Stolperstein-AG besteht vornehmlich aus Schülerinnen und Schülern der E-Phase und beginnt am 10. März mit ihrer Recherche einer Familiengeschichte für die nächste Stolpersteinverlegung.

 

Am Dienstag, den 7.3.2017, erwarten wir um 9.45 Uhr Frau Madeleine Gerrish, Enkelin von Louis und Melanie Rothschild, zu Gast bei uns in der Humboldtschule. Zur Erinnerung ihrer Großeltern Louis und Melanie Rothschild sowie ihres Onkels Eduard Rothschild werden in der Louisenstraße 97 drei Stolpersteine verlegt werden. Der Besuch von Frau Gerrish ist für die Humboldtschule eine große Freude und Ehre – nicht zuletzt auch da ihre Mutter Marianne Schwab, geb. Rothschild, das Lyzeum, also die Vorgängerschule der Humboldtschule, besucht hatte und über ihre Erfahrungen auch bei verschiedenen Veranstaltungen in der Humboldtschule berichtet hatte. Zum diesjährigen Gespräch mit Frau Gerrish in Raum D 315 sind die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Q2 unter Leitung von Frau Alexandra Tylenda eingeladen. 

Die Verlegung der Stolpersteine am Freitag, 3. März, wird durch die genannten Schülergruppen als Delegation der Humboldtschule vor Ort begleitet. Damit unterstreichen sie unsere Anteilnahme und Mitwirkung auch im Jahr 2017, nachdem im Jahr 2016 die Verlegung der ersten Solpersteine ebenso wie auch die Abendveranstaltung unter breiter Beteiligung der Schulgemeinde der HUS stattgefunden hatte.

Bei der Stadt Bad Homburg bedanken wir uns herzlich für die Förderung und Unterstützung der Besuche der Nachfahren der jüdischen Familien, die zu Opfern des Nationalsozialismus geworden sind. Damit hat sie einen maßgeblichen Beitrag für die Erinnerung und das Gedenken geleistet und die Schülergespräche ermöglicht. Bei der Initiative Stolpersteine e.V. bedanken wir uns herzlich für die Kooperation bei der Gestaltung des Programms zur Verlegung der Stolpersteine auch im Jahr 2017. Der größte Dank gilt aber selbstverständlich unseren Gästen, deren Lebensgeschichten und Berichte uns die Schrecken des 20. Jahrhunderts und die Möglichkeiten des Gedenkens lebendig werden lassen."