Humboldtschule Bad Homburg Unesco-Projektschule

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Lesefieber an der Humboldtschule

Datum: 07.12.2016
Zeit: 15:00
Kategorien: Deutsch Vorlesewettbewerbe

Olivia Reichenbach (6a) und Fabian Ruttmann (6b) gewinnen den Schulentscheid des Vorlesewettbewerbs und dürfen unsere Schule beim Regionalentscheid auf Kreisebene vertreten

Leonard Leffers (6c) ist aufgeregt vor seinem großen Auftritt beim Schulentscheid des Vorlesewettbewerbs. Seine Klassenkameradinnen Emma und Ayat verraten in der Pause des Entscheids flüsternd den Erwachsenen: „Als Leo vorhin im Unterricht noch einmal vor der Klasse geübt hat, war er auch schon total aufgeregt.“ Aber eins ist ihnen nach dem ersten Durchlauf klar: „Leo ist einfach am besten.“

Jedes Jahr im Dezember erstrahlt das Medienzentrum aufs Neue im weihnachtlichen Glanz: Stimmungsvolle Lichterketten schmücken das Vorlesepodium und weihnachtliches Gebäck steht zur (Nerven-)Stärkung bereit, wenn die Schulgemeinde zum Schulentscheid zusammenkommt: Die Klassensieger der 6. Klassen stellen sich alljährlich dem Urteil einer mehrköpfigen Jury. Wer hier gewinnt, ist nicht nur der beste (Vor-) Leser, sondern darf unsere Schule auch beim Regionalentscheid auf Kreisebene vertreten. Dass da einige der Jurymitglieder, allen voran Vorjahressiegerin Antonia von Einem (7a), schon einmal einen kritischen Blick in die Runde werfen, sich dann heimlich Notizen auf einem Klemmbrett machen, ist da nur verständlich.

Während die Klassenvertreter in der ersten Runde noch aus einem mitgebrachten Schmöker vorlesen dürfen, gilt es in der zweiten Runde, die Preisrichter mit dem Vortrag eines unbekannten Textes von sich zu überzeugen. Das von Deutschlehrerin Claudia Himmelreich sorgsam ausgewählte Buch von Hayfa Al Mansour Das Mädchen Wadja birgt da den ein oder anderen sprachlichen Stolperstein, den die meisten jedoch gekonnt überspringen. Überzeugen können die Jury am Ende vor allem Olivia Reichenbach (6a) und Fabian Ruttmann (6b), die mit ihrer unterhaltenden und fehlerfreien Darbietung das Publikum in ihren Bann ziehen. Während Olivia zusätzlich mit ihrer hervorragenden Textauswahl punktet, begeistert Fabian mit seiner fast lässigen Darbietung. Kein Wunder, dass Frau Himmelreich, die den Schulentscheid schon seit 2007 mit Herzblut organisiert, noch am nächsten Tag begeistert von den Gewinnern schwärmt: „Beide waren so ungekünstelt und authentisch - und Fabian hat fast schon eine Hörbuchstimme – toll.“ Belohnt wird die Leseleistung der beiden nicht nur mit einer Urkunde, die beide stolz mit Nachhause nehmen können, sondern auch – wie sollte es anders sein – mit einem Buchpräsent.

Schon zum 56. Mal findet in diesem Jahr der Wettbewerb statt, der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels gefördert wird. Der Vorentscheid unserer Schule stand in diesem Jahr unter dem Motto „Bekanntschaft mit dem Fremden machen“. Der Jugendroman Das Mädchen Wadja vom Al Mansour ist geradezu prädestiniert, die Zuhörer in eine Welt zu entführen, die ihnen wenig vertraut, ja fremd, ist. Handelt er doch von einem zehnjährigen Mädchen, das in Saudi-Arabien beheimatet ist und für seinen Lebenswunsch, ein grünes Fahrrad, Grenzen überwindet, vielerorts aneckt und dennoch konsequent für seinen Traum einsteht. „Ein mutiges Buch“, zeigt sich Organisatorin Himmelreich, die diese Perle aufgespürt hat, begeistert, „das helfen kann, zum Nachdenken anzuregen.“

Als am Ende die Lichter in der Mediothek ausgehen, die Schüler ihre Bücher schnappen und Nachhause gehen, die Deutschkollegen zufrieden ins Lehrerzimmer schlendern, da macht sich große Hoffnung breit, dass die beiden Lesetalente Olivia und Fabian das Zeug haben, unsere Schule beim Regionalentscheid in die nächste Runde zu katapultieren.