Humboldtschule Bad Homburg Unesco-Projektschule

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Alexej Torgashov - Gewinner der Chemieolympiade auf Landesebene

Datum: 03.03.2017
Zeit: 14:18
Kategorien: Chemie Wettbewerbe

"Mit dunkler, kantiger Brille und ernster Miene sitzt Alexej Torgashov da und berichtet sachlich unterkühlt von seiner Teilnahme an der ChemieOlympiade. So vollkommen unaufgeregt erzählt er von den einzelnen Etappen, die er bereits erfolgreich gemeistert hat, dass man meinen könnte, ein jeder könnte bei diesem internationalen Chemiewettbewerb teilnehmen, der einmal einen Bunsenbrenner beim Campen benutzt hat. Doch Alexejs Bescheidenheit täuscht darüber hinweg, dass nur die besten Nachwuchstalente und damit nur einige, wenige Chemiecracks sich bis nach ganz oben durchkämpfen können.

Die Disziplinen sind bei diesen olympischen Spielen weder Weitsprung noch der 100-Meter-Lauf – und doch muss man auch bei diesem Wettkampf Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit beweisen, will man am Ende das Siegertreppchen erklimmen, bevor einem die Puste ausgeht. In diesem Jahr steht das Siegerpodest in Bangkok und wartet – wie in jedem Jahr - auf die Besten der Besten dieser Disziplin.

Diszipliniert arbeitet Alexej schon seit den Sommerferien und hat sein Ziel klar vor Augen: Hier hat der Oberstufenschüler in Heimarbeit - während seine Altersgenossen die letzten großen Ferien ihrer Schulzeit genossen haben – ein zwanzigseitiges Papier für die erste Runde erstellt, das Chemielehrer Christoph Gottschalk betreut und eingereicht hat. Gebraucht hat der junge Chemieexperte dafür nur zwei Tage, was so Alexej „kein Problem gewesen sei, wenn man sich mit der Materie beschäftigen möchte“. Die nötige Punktzahl für Runde zwei hat der zukünftige Abiturient locker erreicht und sicherte sich so die Teilnahme an der nächsten Runde auf Landesebene – einer dreistündige Klausur an der Augustiner-Schule in Friedberg. Von den elf hessischen Konkurrenten, die an dieser zweiten Runde teilnahmen, kamen nur zwei weiter – und – wie sollte es es anders sein – natürlich Alexej.

Angefixt worden ist der Schüler, der in der 5. Klasse schon die Forscher-AG der Humboldtschule und heute selbstverständlich den Chemieleistungskurs belegt hat, im vergangenen Jahr, als er schon einmal an der ChemieOlympiade teilnahm. Auf die Frage, ob ihm sein Ausscheiden damals nicht demoralisiert habe, antwortet Alexej sofort: „Ganz im Gegenteil – es war ein Ansporn, es dieses Jahr noch besser zu machen.“

Dass der Wettbewerb nur drei Tage vor seiner Chemie-Abiturprüfung in Form von zwei vierstündigen Klausuren in Göttingen in die nächste Runde geht, sieht er gelassen: „Das passt schon“, sagt er schulterzuckend. Hier kann er dann vielleicht auch schon einmal richtige „Forschungsluft“ schnuppern und die Aura des Max-Planck-Forschers, Stefan Hell spüren, der mit Eric Betzig und William Moerner im Jahr 2014 seinerseits den Chemie-Nobelpreis verliehen bekam.

Nach dem Abitur in diesem Jahr möchte Alexej Chemie in Zürich studieren, da die Universität dort einfach „ziemlich gut ausgestattet“ und das Personal „hervorragend“ sei. Ein Platz auf dem Siegerpodest dürfte ihm diesen Weg sicher ebnen – genau wie die sensationell erfolgreiche Teilnahme bisher überhaupt.

Vor dem geistigen Auge sehen ihn diejenigen, die ihm zuhören mindestens im Flugzeug nach Thailand oder gar bei seiner eigene Dankesrede in Stockholm. Während sein Gegenüber aber schon abhebt, bleibt Alexej auf dem Boden der Tatsachen, denn er weiß: „Der Weg nach Bangkok ist ziemlich schwierig, und ich kann nicht beurteilen, ob ich begabt genug bin, um das wirklich zu schaffen.“ Träumen, das erlaubt er sich nur sehr bedingt, gesteht aber, dass es „schon schön wäre“, sich ein Flugticket zu sichern.

Zu gönnen ist es diesem leidenschaftlichen jungen Nachwuchswissenschaftler von ganzem Herzen – wir drücken ihm fest die Daumen, damit er sein nächstes Ziel – die nächste Runde – erreicht." aus: BW 2.3.2017