Humboldtschule Bad Homburg Unesco-Projektschule

Begegnungsreisen und Dialogprojekte

Die gegenseitigen Begegnungsreisen und Dialogprojekte zwischen der Mwanga High School und der Humboldtschule bilden das Zentrum der Schulpartnerschaft zwischen beiden Schulen und gehören seit 2008 zum festen Programm der Schulpartnerschaft. Nachdem in den Jahren 1998 und 2003 bereits erste Delegationsreisen mit Schülerinnen und Schülern der Humboldtschule nach Tansania stattfanden, besuchten 2008 erstmals zwei tansanische SchülerInnen sowie ein Lehrer der Mwanga High School die Humboldtschule in Bad Homburg für drei Wochen. Dieses Pilotprojekt wurde durch das ENSA-Programm des BMZ gefördert und fand in den folgenden Jahren eine kontinuierliche Fortsetzung und Erweiterung.

Am 1. Juli 2009 ist erstmals eine Gruppe von acht Schülerinnen und Schülern der Humboldtschule unter Leitung von Frau Redlich und Herrn Schilling zu einem dreiwöchigen Besuch der Mwanga High School, unserer Partnerschule in Tansania, aufgebrochen. Diese Lern- und Begegnungsreise wurde maßgeblich durch das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm ENSA des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, den Evangelischen Entwicklungsdienst, PROBONO – Schulpartnerschaften für Eine Welt e.V., die Stadt Bad Homburg, mehrere Firmen der Region - GOPA, Immo Herbst und die Taunussparkasse - sowie den Lions Club Bad Homburg und die Wisser-Stiftung gefördert.

Der Bericht der Teilnehmer lässt den besonderen Geist der hier erfahrenen Begegnungen erkennen: "Es war eine Reise voll spannender Entdeckungen und wunderbarer Begegnungen, die die Schulpartnerschaft zwischen der Humboldtschule und der Mwanga High School dauerhaft vertiefen und erweitern wird. Die riesige Gastfreundschaft, mit der wir von den Schülern und Lehrern der Mwanga High School empfangen wurden, ist überwältigend. Vom ersten Tag an hat sich aus der Begegnung ein fröhliches und freundschaftliches Miteinander entwickelt. Bereits bei dem Fest zu unserer Ankunft standen spontan deutsche und tansanische Schüler gemeinsam auf der Bühne und sangen und tanzten zusammen. Dieser gute Anfang setzte sich in den ganzen drei Wochen fort und es entstanden echte Freundschaften zwischen den Schülern und Lehrern der beiden Schulen."

Diese positive Dynamik kam auch in den gemeinsamen Unterrichtsprojekten im Bereich der Literatur und des Theaters zum Ausdruck. Tansanische und deutsche Schüler tauschten sich miteinander über ihre Erfahrungen beim Lesen des tansanischen Bildungsromans „Is it possible?“ von Ole Kulet aus. Die Lektüre des Romans untermauerte die Erkenntnis der deutschen Gruppe, welche Bedeutung und teilweise auch Schwierigkeiten mit dem Schulbesuch und dem Erreichen eines schulischen Bildungsabschlusses für tansanische Schüler und ihre Familien verbunden sind. Im gemeinsamen Theaterspiel konnten sich tansanische und deutsche Schüler dann noch einmal in anderer Weise begegnen und kennen lernen. Am Schluss des Workshops stand ein kleines Stück, welches vor allen Lehrern und Schülern der Mwanga High School und weiteren Gästen zum Abschied aufgeführt wurde, und ein afrikanisches Märchen von der Liebe zwischen einer schönen Prinzessin und einem armen Hirtenjungen in Szene setzte.

Neben diesen beiden Workshops fand eine Vielzahl weiterer Aktivitäten statt, die von der gegenseitigen Vorstellung der Lebenswelten über Diskussionen im regulären Unterricht bis hin zu Exkursionen in zwei Nationalparks und die beiden größeren Städte Moshi und Arusha und Wanderungen im Regenwald reichte.

Zur Bedeutung der Lernreise resümiert Klaus Schilling, UNESCO-Beauftragter der HUS: "Die Lern- und Begegnungsreise konnte nur durch die wunderbaren Schüler der beiden Schulen ein solcher Erfolg werden. Dies ist absolut nicht selbstverständlich und macht zugleich Mut für die Fortsetzung des Dialogprojekts zwischen der Humboldtschule und der Mwanga High School. Ein besonders bewegender Moment unserer Lern- und Begegnungsreise waren die Worte des lokalen Vorsitzenden des dortigen Schulträgers, einem weisen, alten Mann, der uns beim Abschied sagte, 'dass nun die Zeit gekommen sei, von uns nicht nur als Partnern und Freunden, sondern auch als Schwestern und Brüdern' zu sprechen. Asante sana!"

Diese Begegnungsreisen werden alternierend zwischen HUS und MHS regelmäßig durchgeführt und finden begeisternden Anklang bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.