Humboldtschule Bad Homburg Unesco-Projektschule

Mwanga High-School-Partnerschaft

Die Humboldtschule pflegt nun bereits seit 1996 eine intensive Schulpartnerschaft mit der Mwanga High School in Tansania, und bietet so ein glänzendes Beispiel für die Verwirklichung von Bildungschancen in der sogenannten "Dritten Welt". Bildung ist hier gelebte Hilfe zur Befreiung aus der Benachteiligung in einer globalisierten Welt.

Dabei bietet unsere Schulpartnerschaft nicht nur finanzielle Unterstützung für unsere Partnerschule, sondern sie gewährt - ganz im Sinne der UNESCO-Projektschule - auch unseren Schülerinnen und Schülern Einblicke in globale Beziehungen und Zusammenhänge.

Unsere Ziele

Hilfe zur Selbsthilfe für unsere Partnerschule:

  • Investitionen in Infrastruktur
  • Investitionen in Lehr- und Lernmittel
  • Investitionen in die Zukunft von jungen Menschen

Für uns:

  • Lernen von anderen Kulturen
  • Friedenserziehung durch persönliches Engagement
  • Abbau von Vorurteilen
  • Persönliche Kontakte und Besuche

Unser Engagement in Mwanga steht unter der Leitung des Vereins "Mwanga High School - Hilfe e.V.", über den Sie sich unter Partner > Mwanga-Verein informieren können.

Die Mwanga High School (MHS)

Die MHS ist eine Privatschule in Mwanga, einer Stadt von ca. 4.000 Einwohnern im Distrikt gleichen Namens ungefähr 50 km süd-östlich des berühmten Kilimandscharo in Tansania/Ostafrika. Mwanga liegt an der Fernstraße Arusha – Daressalam, nicht weit von der kenianischen Grenze. Der Distrikt hat 120.000 Einwohner und eine fast ausschließlich landwirtschaftliche Struktur mit Lebensmittelanbau für den Verzehr im Land, aber auch Exportanbau wie Kaffee, Baumwolle und Sisal. 

Die ursprüngliche Mwanga Secondary School (MSS) war eine von 39 weiterführenden, zum mittleren Abschluss führenden Schulen im Distrikt. Sie ist durch Hinzufügung der Oberstufe (Form V und VI) seit 2008 eine der wenigen zur Hochschulreife führenden High Schools mit gegenwärtig ca. 600 Schülerinnen und Schülern, von denen ca. 540 im Internat leben und 60 aus der Stadt oder näheren Umgebung als Tagesschüler kommen.

Der Unterricht erfolgte bisher in den Jahrgängen 8 bis 11 (Form I - IV), jetzt sind die Jahrgangsstufen 12 und 13 dazu gekommen. Klassen mit über 60 Schülerinnen und Schülern stellen nichts Außergewöhnliches dar. Der Unterricht wird z. Z. von 15 Lehrerinnen und Lehrern erteilt. Am Vormittag bis 14.00 Uhr finden 9 Unterrichtsstunden zu je 40 Minuten statt, am Nachmittag besteht für die Internatsschüler die Möglichkeit für verschiedene Aktivitäten, vor allem aber zur Erledigung der Hausaufgaben und zum zusätzlichen Studium unter Anleitung von Lehrern, was sich bis in den Abend hinziehen kann. Einem Besucher aus Deutschland fällt sofort auf, mit welchem Eifer und welcher Ernsthaftigkeit die vorhandenen Möglichkeiten zur Schulbildung genutzt werden. Es ist ein Privileg, in eine solche Privatschule gehen zu dürfen, aber das ist für die dortigen Verhältnisse teuer. 

Obwohl auch in Tansania der Schulbesuch kostenlos sein soll, sieht die Wirklichkeit anders aus. Selbst die obligatorische Grundschule bis zur 7. Klasse kostet Schulgeld für Schuluniform, Unterrichtsmaterialien u. a., das viele Familien nicht aufbringen können. Es kommt nicht selten vor, dass ganze Groß-Familien finanziell dazu beitragen müssen, einzelnen Kindern eine entsprechende Ausbildung zu ermöglichen. Auf der anderen Seite ist es aber auch leider nicht selten, dass begabte Schüler nicht auf eine weiterführende Schule wechseln können bzw. diese vorzeitig verlassen müssen, weil die finanziellen Mittel der Familie erschöpft sind. 

Unsere Partnerschaft

Der Wunsch, dass unsere Beziehung zu der Schule in Afrika keine bloße Mildtätigkeitsaktion zur Besänftigung unseres sozialen Gewissens sein, sondern eine wirkliche Partnerschaft werden sollte, ist im Laufe des langjährigen Bestehens dieser Schulbeziehung in der Tat erreicht worden. Für ihre Nord-Süd-Schulpartnerschaft mit der Mwanga High School in Tansania wurde die Humboldtschule im Jahr 2009 sogar als "Besonderer Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet (siehe auch Über uns > Auszeichnungen).

Einen Überblick über die durchgeführten persönlichen gegenseitigen Besuche zum Kennenlernen des Partners nach der Unterzeichnung der Schulpartnerschaft 1996 finden Sie links unter Chronik.

Der Schulleiter der MHS

Die Tatsache, dass so viel in so kurzer Zeit erreicht werden konnte, gründet sich auf die glückliche Zusammenfügung zweier Umstände: Einmal haben wir in der HUS eine Schulgemeinde, die von der Sinnhaftigkeit unserer Partnerschaft überzeugt ist und viele Spenden aufgebracht hat, zum anderen haben wir in Eliet Senkoro, dem Schulleiter der MHS, einen Garanten auf afrikanischer Seite gefunden, der für die korrekte Abwicklung aller Projekte bürgt. Von Anfang an hat er über die Verwendung jeder Mark / jedes Euro genauestens Rechnung gelegt – was in Ländern dieser Region nicht selbstverständlich ist – und hat damit unseren Spendenwilligen die Gewissheit gegeben, dass ihre Zuwendungen in vollem Umfang in die beabsichtigten Projekte geflossen sind. Darüber hinaus ist er sehr aktiv und beginnt Projekte, die er schon längst auf dem Papier vorgeplant hat, in dem Moment, in dem er die notwendigen Mittel in Händen hält. Diese Verlässlichkeit und die laufende Dokumentation in Schrift und Foto dessen, was geleistet worden ist, unterstützt wiederum die Spendenwilligkeit der Sponsoren unserer Schulpartnerschaft. So greift das Eine ins Andere. 

Ausblicke

Die gegenseitigen Besuche zeigen, dass wir mit unserem Konzept der Partnerschaft auf dem richtigen Weg sind. Die Idee der Völkerverständigung ist auf schulischer Ebene auf diese Weise äußerst erfolgreich.

Das langjährige Hauptziel wurde erreicht: die Erweiterung der MSS um die zwei Jahrgangsstufen der High School. Mit der Einrichtung der Oberstufe können wir die Schülerinnen und Schüler jetzt so fördern, dass alle Begabten eine nachhaltige Ausbildung mit Berufschancen erhalten, die für die meisten bisher nur ein Traum waren. Die Arbeiten an der High School haben im Januar 2007 begonnen und wurden 2008/2009 abgeschlossen.

Um das schulische Angebot insgesamt zu optimieren, werden wir in Zukunft nach der besseren räumlichen Ausstattung versuchen müssen, eine Erhöhung der Unterrichtsqualität zu erreichen. Hierzu ist vor allem eine ausreichende Ausstattung der Schule mit Lernmaterialien notwendig. Es stehen den Schülerinnen und Schülern immer noch zu wenige Bücher zur Verfügung, da diese sehr teuer sind, und an anderen Unterrichtsmaterialien mangelt es ebenfalls in allen Bereichen. Unterricht heißt in Mwanga vor allem: von der Tafel abschreiben und auswendig lernen. 

Wir sind alle aufgerufen, diese Schulpartnerschaft weiter zu unterstützen und zu tragen, damit die Mwanga High School eine Bildungseinrichtung wird, die ihren Schülerinnen und Schülern eine für afrikanische Verhältnisse optimale Ausbildung bieten kann. Auf dem Weg dahin ist sie ein großes Stück voran gekommen: Zu Beginn unserer Partnerschaft hatte die Mwanga Secondary School im nationalen Ranking, d.h. dem Vergleich aller Schulen im Land, eine Position im untersten Zehntel, im Jahr 2010/11 hatte sie bereits die Position 170 von landesweit 3.196 Schulen erreicht.