Humboldtschule

 

 

 

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Zwei Monate in Südfrankreich

Ich war während der 11. Klasse für 2 Monate in Südfrankreich.

Durch eine Französischlehrerin an unserer Schule habe ich meinen Austauschschüler bekommen. Er kam aus Grasse, der Parfum-Stadt an der Côte d´Azur. Über seine Schule suchte auch er die Möglichkeit, für 2 Monate nach Deutschland zu kommen. 

Am Ende der 10. Klasse wohnte er für 2 Monate bei mir. Ich musste mich zwar für 8 Wochen um ihn kümmern und er kam auch mit in meine Klasse, dafür wurde ich jedoch auch sehr gastfreundlich in Frankreich aufgenommen. Außerdem habe ich mich total auf Frankreich gefreut, weil ich ja schon wusste, zu wem ich gehen werde und ich hatte von meinem Austauschschüler schon sehr viel über die Familie und die Stadt erzählt bekommen und hatte deswegen auch keine Angst, was mich dort erwartet. 

Die Familie war sehr nett und ich wohnte in einem schönen Haus mit Blick aufs Meer. Die Stadt Grasse ist bekannt für ihr Parfum, weshalb man dort oft auf Touristen stößt. Nach Nizza und Cannes fährt man mit dem Auto ungefähr 30Minuten. Ich hatte es also zum Strand nicht sehr weit. Mir hat die kleine Stadt gut gefallen und ich konnte mich dort schnell wohl fühlen.

Das Wetter war auch super. Fast immer 30°C.

Ich ging auf das Lycée Admirale de Grasse. Durch meinen Austauschschüler hatte ich jemanden in der Schule, der mir gleich alle vorgestellt hat und der mir alles gezeigt hat. So war ich nicht ganz auf mich allein gestellt. Unter der Woche hatte ich Schule und musste mich alleine oder mit Freunden beschäftigen, weil die Eltern gearbeitet haben. Am Wochenende haben sie jedoch immer etwas mit mir unternommen. Das war sehr schön, weil ich so viel von der Gegend kennen lernen konnte. Wir sind auch einmal ein Wochenende nach Marseille gefahren und haben Freunde besucht.

Auch das Essen hat mir dort sehr gut geschmeckt.

Man muss sich natürlich auch ein bisschen umstellen, wenn man ins Ausland geht. Meine Familie hat zum Beispiel erst viel später zu Abend gegessen, als ich es gewohnt war. Manchmal gab es erst zwischen 9 und halb 10 Uhr abends Essen. Daran muss man sich gewöhnen. Auch waren die Schüler in meiner Klasse am Anfang nicht sehr offen. Es hat etwas gedauert bis ich Anschluss gefunden hatte.

Mein Französisch hat sich verbessert, obwohl ich nicht sehr viel für die Schule dort gemacht habe. Aber man lernt sehr viel von den alltäglichen Dingen: die Gespräche mit der Familie, in der Schule, wenn man einkaufen geht oder zum Friseur, überall muss man französisch sprechen und dann kommt es sogar nach 5 oder 6 Wochen vor, dass man manchmal schon auf Französisch denkt, weil man so in die Sprache vertieft ist. Leider vergisst man Vokabular, wenn man wieder zu Hause ist, weil man manche Wörter, die man in Frankreich jeden Tag benutzt hat, hier gar nicht mehr gebraucht. Aber man verbessert sein Französisch auf jeden Fall.

In der Schule hatte ich gar keine Probleme, als ich wieder hier war. Zwei Monate klingen zwar lang, aber ich war sehr schnell wieder im Schulalltag und musste auch nicht allzu viel nachholen. Ich war am Anfang von der 11 noch in Deutschland, d.h. ich konnte meine neuen Lehrer kennen lernen und ihnen von meinem Austausch erzählen und sie fragen, welche Inhalte in der Zeit durchgenommen werden.

Man findet aber auch im Ausland mal die Zeit, sich ein bisschen mit den Sachen zu beschäftigen, die zu der Zeit in Deutschland durchgenommen werden. Dann hängt man auch nicht so stark zurück, wenn man wieder da ist. Darüber würde ich mir jedoch keine Sorgen machen. Ich habe auch nach meiner Rückkehr gleich die Klausuren mitgeschrieben. Das war überhaupt kein Problem, im Gegenteil ich war sogar richtig motiviert, weil ich mal 2 Monate lang keine Schule in Deutschland hatte.

Ich würde es auf jeden Fall empfehlen ins Ausland zu gehen. Man lernt eine Sprache und eine Kultur besser kennen und man wird selbstständiger, weil man im Ausland viel mehr auf sich allein gestellt ist. Dadurch dass ich meinen Austauschschüler auch bei mir aufgenommen habe, hat mich der Aufenthalt auch nicht viel gekostet. Ich bin nach wie vor sehr froh über meine Entscheidung. Ich habe die 11. Klasse fast vollständig mitbekommen, also in der Schule keine Lücken, hatte aber trotzdem die tolle Erfahrung eine Zeit lang in Frankreich zu leben. Meine Begeisterung für die Sprache und das Land sind ebenfalls gewachsen. Ich würde es auf jeden Fall wieder genauso machen!

Sabrina Meyer