Humboldtschule

 

 

 

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8 Jahre Wiesensträuße an der Humboldtschule

Fächerübergreifendes Projekt „Wiesensträuße“

für die Jahrgangsstufe 5/6 der Humboldtschule

Das von Linnè entworfene System der „Binären Nomenklatur“  kennt jeder aufgeschlossene Bürger der Erde. Es belegt alle Pflanzen- und Tierarten mit zwei lateinischen Namen: Taraxacum officinalis L. benennt also den Löwenzahn oder auch -umgangssprachlich- die Kuhblume.

Wichtiger als Linnés Benennungssystem aber ist seine Idee, die (biolo-gische) Vielfalt zu ordnen, zu systematisieren. Linné erfindet damit ein Verfahren, dass es  den Schülern  ermöglicht letztendlich auch den Anforderungen der einzelnen Fächer gerecht zu werden durch systematisches, ordnendes Denken.

Um diese kurz dargestellten Ziele zu erreichen, ist viel Ruhe und Zeit notwendig. Zeit, die im 45– Minutentakt oftmals nicht zur Verfügung steht. So entstand die Idee alle Unterrichtsstunden von 4  Tagen zusammenzulegen und die verschiedenen Fächer zu verbinden. Fächer wie Deutsch, Mathematik, Kunst, Sozialkunde entwarfen einen jeweils eigenen Beitrag zum Thema Wiese/ Wiesensträuße und beteiligten sich in vielen unterschiedlichen Formen an dem Gesamtkonzept.

Eltern und Lehrer arbeiten zusammen und teilen sich die Arbeit im Gelände und im Klassenraum, um am Ende der Unterrichtswochen eine Ausstellung zu „ihrem“ Unterrichtsprojekt zu präsentieren. Diese Ausstellung wiederum regt andere Klassen der Schule zu Beobachtungen in der Natur an.

Zusätzlich haben die Schülerinnen und Schüler der Klassen ihre Lehrer und Mitschüler einmal anders kennen gelernt und sind mit Zeit und Muse der Schulung ihres botanischen Blicks nachgegangen.

Ein kleinen Einblick in die Arbeit der Fächer in der Wiesensträuße- Woche liefert die folgende Auflistung von den konkreten Umsetzungen:

Im Fach Biologie:

Streuobstwiesenexkursion, Wiesensträuße, Gemeinsamkeiten finden, Herbarium anlegen, Familien kennen lernen, Verwendung von Kräuter in der Küche, gemeinsames Frühstück mit selbst hergestellten Kräuterquark, Wiesenbegehung am Morgen und Abend,  Pflanzennamenspiel, Steckbriefe von der Lieblingsblume, Familienbeschreibungen usw.

Im Fach Deutsch:

Frühlings-, Wiesengedichte in Schönschrift, Erzählungen über Wiesenerlebnisse aus veränderter Perspektive, Gedichte, Rezitation der Gedichte, Berichte über Wiesen und Wiesenblumen an Freunde in Briefform, Namenvergleiche in tabellarischer Form usw.    

Im Fach Kunst:

Installationen in der Aula (siehe Bild), Schieferplatten „bemalen" (Ritztechnik), Aquarelle, Frz. Memory, Wiesenquartett usw.

Im Fach Mathematik:

Wiese vermessen, Symmetrien finden und zeichnen, Spiralen konstruieren usw.

Im Fach Sozialkunde:

Allmendeentstehung, Wiesennutzung, Wiesen als Treffpunkt, Bleiche, Brachen usw.

In der Ausstellung in der Schule:

Erfahrungen mit den verschiedenen Darstellungsformen sammeln: Fotos, selbst gemalte Bildern, aus Pflanzen hergestellte Installationen, Gedichte, herbarisierte Naturobjekte, Memorys, Chromatographien, Steckbriefe und, und, und.....

Erfahrungen aus acht Jahren mit den Wiesensträußen

Zusammenfassung: Wiesensträuße - unsere Unterrichtserfahrungen

Das Wiesenprojekt ist ein seit 1996 an der Humboldtschule durchgeführtes Unterrichtsvorhaben, das wichtige pädagogische wie fachliche Forderungen für die Arbeit an einem Gymnasium umsetzt:

Biologie fachlich: Kenntnisse im Bereich Pflanzenkunde und Systematik.

Fächerverbindender Unterricht: Alle Fächer ziehen an einem Strang. Moderne Unterrichtsformen entsprechen den komplexen Anforderungen des realen Lebens viel eher als herkömmliche Formen des Unterrichts.

Methodisches Lernen heißt auch das Lernen lernen. Unterrichtgänge, Herbarien anlegen usw. helfen dabei.

Soziales Lernen: Kleingruppenarbeit, Unterrichtsgänge und gemeinsames Natur– Erleben führt zur Intensivierung der sozialen Bindungen, einem  besseren Kennenlernen und zu Rücksichtnahme.

Frau Rehse- Schülermutter und Kennerin der Heilkräter- stellt uns wichtige Heilpflanzen der Wiesen vor.