Humboldtschule

 

 

 

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Blau - die Farbe der Götter

15 Schülerinnen und Schüler des OK 11 Chemie (Kursleiter: Herr Bechtoldt) haben vom 18.07. – 21.07 2005 am Institut für Anorganische und Analytische Chemie (Professor Dr. Matthias Wagner) der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt an einem Chemiepraktikum mit ergänzenden Vorlesungen teilgenommen.

Eingeleitet wurde jeder Tag Punkt 9.00 Uhr mit Referaten einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Orientierungskurses, in denen sowohl fächerübergreifende Aspekte zum Thema „Die Farbe Blau“ als auch fachliche Hintergründe zum Farbensehen und Farbempfinden aus chemischer, physiologischer und physikalischer Sicht dargestellt wurden. Die sehr gut vorbereiteten und gekonnt präsentierten Fachreferate fanden den Beifall aller Mitschülerinnen und Mitschüler. Auch Professor Wagner und die Mitarbeiter seines Arbeitskreises (u. a. Dr. Lothar Fink und Edith Alig, die auch das Praktikum gewohnt engagiert betreuten) waren beeindruckt.

Präsentationen zu folgenden Themen wurden erstellt und vorgetragen:

·    Warum ist der Himmel blau?

·    Symbolik der Farbe Blau

·    Farben Sehen

·    Redewendungen zum Thema „Blau“

·    Therapeutische Wirkungen der Farbe Blau

(Die markierten Themen können als power-point-Präsentation heruntergeladen werden)

Ergänzende Vorlesungen

Nach den Präsentationen erklärten Prof. Wagner und Dr. Fink den Schülerinnen und Schülern die theoretischen Hintergründe der zu bearbeitenden Experimente im Labor. Dabei ging es im großen Hörsaal der Universität ganz schön zur Sache, da die Themen zum Teil weit über das Schulwissen und erst recht über das einer 11. Klasse hinausgingen. Aber Professor Wagner zeigte Verständnis und didaktisches Geschick in seinen Vorträgen, so dass auch schwierige Themen anschaulich erklärt wurden. Die Möglichkeit zu Zwischenfragen war jederzeit gegeben und wurde reichlich genutzt.

Themen der Vorträge von Professor Wagner und Dr. Fink

·    Farbigkeit von Komplexverbindungen – Ligandenfeld-Theorie

·    Struktur der Silikate

·    Wichtige natürlich vorkommende Pigmente und Farbstoffe

·    Fotochemische Reaktionen bei der Blaupause

·    Synthetische Farbstoffe

 


Experimentieren im Labor

Nach so viel Theorie konnte endlich der praktische Teil beginnen. Im Labor wurde jeden Tag ca. 3 Stunden experimentiert. 


Montag

Neben Versuchen zur Komplexchemie (Berliner Blau / Preußisch Blau) wurden anorganische Pigmente hergestellt: Ultramarin, Ägyptisch Blau, Blau der Maya. Die Ansätze mussten zum Teil über Nacht im Ofen stehen und wurden am nächsten Tag weiter verarbeitet. Als Ergebnis konnte jeder ein strahlend blaues Pigment unterschiedlicher Tönungen mit nach Hause nehmen (und so zum Beispiel den Aquarell-Farbkasten bereichern).


Dienstag


Neben der Weiterverarbeitung der Blau-Pigmente vom Vortag ging es an die Herstellung von farbigen Borgläsern in der Mikrowelle. Es ergaben sich leuchtende Glasperlen in unterschiedlichen Farben. Daneben wurden weitere Pigmente (Rot: Eisenoxid, Gelborange: Isatin) benutzt, um Aquarellfarben herzustellen, so dass für den Farbkasten neben Blau (Ultramarin, Berliner Blau) nun sämtliche Grundfarben sowie Weiß (Titandioxid) und Schwarz (Russ) zur Verfügung standen. Die ersten Werke wurden bereits im Labor kreiert.

Weitere Kunstwerke entstanden durch die Anwendung der Blaupause-Technik. Mit Hilfe von Kaliumhexacyanoferrat-Lösungen wurde ein lichtempfindliches Papier hergestellt, auf dem mit Hilfe des Overhead-Projektors verschiedene Gegenstände (hier ein Farnblatt) gedruckt wurden.


Mittwoch

Die mitgebrachten weißen T-Shirts sollten nun endlich zum Einsatz kommen und mit dem selbst hergestellten Indigo blau eingefärbt werden. Geschicktes Abbinden des Stoffes mit Kordel ergab zusätzlich hübsche Batik-Muster. Zunächst sahen die T-Shirts nach der Küpenfärbung jedoch noch schmutzig grün aus und mutierten erst beim Aufhängen an der Luft zu dem wohlbekannten Jeans-Blau.

 


Donnerstag

Zum Abschluss der Projektwoche ging es zum Industriepark Frankfurt-Höchst. Zunächst konnte der historische Pölzig-Bau der ehemaligen Farbwerke mit der „Hoechst-Brücke“ besichtigt werden.


Letztendlich konnten in der Woche erste Einblicke in die Anforderungen und Möglichkeiten eines Chemiestudiums in Theorie und Praxis und das Leben an einer Universität gewonnen werden, auch wenn Campus und Mensa wegen der Semesterferien nicht so belebt waren wie sonst. So konnten die Nachmittage genutzt werden, um die unterschiedlichen Möglichkeiten moderner Analyseverfahren kennen zu lernen (u.a. Raster-Elektronen-Mikroskopie, NMR-Spektroskopie).Durch den Besuch eines Industriebetriebes konnten alle einen Eindruck vom Berufsleben eines Chemikers / einer Chemikerin bzw. Chemielaboranten / Chemielaborantinnen gewinnen.