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Am 1. Juli 2009 ist eine Gruppe von acht Schülerinnen und Schülern der Humboldtschule unter Leitung von Frau Redlich und Herr Schilling zu einem dreiwöchigen Besuch der Mwanga High School, unserer Partnerschule in Tansania, aufgebrochen. Diese Lern- und Begegnungsreise wurde maßgeblich durch das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, den Evangelischen Entwicklungsdienst, die Stadt Bad Homburg, mehrere Firmen der Region - GOPA, Immo Herbst und die Taunussparkasse - sowie den Lions Club Bad Homburg und die Wisser-Stiftung gefördert. Hierfür gilt den genannten Institutionen, Firmen und Stiftungen unser großer Dank!
Wir sind inzwischen einen guten Monat zurück von unserer Fahrt zur Mwanga High School und glücklich über die damit verbundenen außergewöhnlichen Erlebnisse und Erfahrungen. Es war eine Reise voll spannender Entdeckungen und wunderbarer Begegnungen, die – so unsere Hoffnung - die Schulpartnerschaft zwischen der Humboldtschule und der Mwanga High School dauerhaft vertiefen und erweitern wird. Die riesige Gastfreundschaft, mit der wir von den Schülern und Lehrern der Mwanga High School empfangen wurden, ist überwältigend. Schon am Flughafen wurden wir von Mr. Senkoro, dem Schulleiter der Mwanga High School, und weiteren Lehrern und Schülern in Empfang genommen. Vom ersten Tag an hat sich aus der Begegnung ein fröhliches und freundschaftliches Miteinander entwickelt. Bereits bei dem Fest zu unserer Ankunft standen spontan deutsche und tansanische Schüler gemeinsam auf der Bühne und sangen und tanzten zusammen. Dieser gute Anfang setzte sich in den ganzen drei Wochen fort. Alle Anstrengungen und Herausforderungen wurden gemeinsam gemeistert und es entstanden echte Freundschaften zwischen den Schülern und Lehrern der beiden Schulen.
Diese positive Dynamik kam auch in den gemeinsamen Unterrichtsprojekten im Bereich der Literatur und des Theaters zum Ausdruck. Tansanische und deutsche Schüler tauschten sich miteinander über ihre Erfahrungen beim Lesen des tansanischen Bildungsromans „Is it possible?“ von Ole Kulet aus. Die Lektüre des Romans untermauerte die Erkenntnis der deutschen Gruppe, welche Bedeutung und teilweise auch Schwierigkeiten mit dem Schulbesuch und dem Erreichen eines schulischen Bildungsabschlusses für tansanische Schüler und ihre Familien verbunden sind.
Im gemeinsamen Theaterspiel konnten sich tansanische und deutsche Schüler noch einmal in anderer Weise begegnen und kennen lernen. Die Übungen im gemeinsamen Spiel machten Freude und setzten das zuvor bereits zueinander gewachsene Vertrauen voraus. Im Theaterspiel übernahmen die Schülerinnen und Schüler auch Rollen der jeweils anderen Seite. Am Schluss des Workshops stand ein kleines Stück, welches vor allen Lehrern und Schülern der Mwanga High School und weiteren Gästen zum Abschied aufgeführt wurde, und ein afrikanisches Märchen von der Liebe zwischen einer schönen Prinzessin und einem armen Hirtenjungen in Szene setzte.
Neben diesen beiden Workshops fanden eine Vielzahl weiterer Aktivitäten statt, die von der gegenseitigen Vorstellung der Lebenswelten über Diskussionen im regulären Unterricht bis hin zu Exkursionen in zwei Nationalparks und die beiden größeren Städte Moshi und Arusha und Wanderungen im Regenwald reichte. Für die ausgezeichnete Organisation des Programms ist neben Mr. Senkoro als Schulleiter der Mwanga High School insbesondere den für das Dialogprojekt verantwortlichen tansanischen Lehrerinnen und Lehrern Madam Mena, Mr. Sirima und Mr. Damas zu danken.
Die Lern- und Begegnungsreise konnte nur durch die wunderbaren Schüler der beiden Schulen ein solcher Erfolg werden. Dies ist absolut nicht selbstverständlich und macht zugleich Mut für die Fortsetzung des Dialogprojekts zwischen der Humboldtschule und der Mwanga High School – nach Möglichkeit bereits im kommenden Sommer durch den Besuch einer Gruppe von Schülern und Lehrern aus Tansania bei uns in Bad Homburg. Ein besonders bewegender Moment unserer Lern- und Begegnungsreise waren für mich die Worte des lokalen Vorsitzenden des dortigen Schulträgers, einem weisen, alten Mann, der uns beim Abschied sagte, „dass nun die Zeit gekommen sei, von uns nicht nur als Partnern und Freunden, sondern auch als Schwestern und Brüdern“ zu sprechen. Asante sana!
Klaus Schilling, 30. August 2009